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Weltnaturerbe

Das Wattenmeer soll Weltnaturerbe werden

Wattenmeer bei Föhr

Unser Wattenmeer mit seinen bei Ebbe trocken fallenden Flächen, den Prielen, Sandbänken, Seehunden, unzählbar vielen Tieren auf und unter der Oberfläche und nicht zuletzt den Millionen Zugvögeln, soll nun also Weltnaturerbe werden. Der Kreistag Nordfriesland hat eine Anmeldung für das nordfriesische Wattenmeer als Welterbestätte der UNESCO beschlossen. Die Gesamtfläche für das angestrebte Weltnaturerbe beträgt rund eine Million Hektar und umfasst das schleswig-holsteinische niedersächsische und das niederländische Wattenmeer. Es wäre nach der Fossilienfundgrube Messel das zweite Weltnaturerbe in Deutschland und würde mit dem Grand Canyon in den USA oder dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens auf einer Stufe stehen.

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Bis es so weit ist, wird die Flut noch einige Male die bei Ebbe erzeugten Spuren im Sand verwischen. Einige Hürden, wie natürlich die Entscheidung der UNESCO, sind noch zu überwinden. Selbstverständlich versprechen sich die Politiker neben einem besseren Schutz der einmaligen Wattenlandschaft mehr Tourismus durch einen Ernennung des Wattenmeeres zu Weltnaturerbe.

Das die Entscheidung des Kreistages nicht einstimmig war, kommt nicht von ungefähr. Noch vor einem Jahr wurde das Thema sehr konträr diskutiert, und damals hätte es wohl kaum eine Mehrheit für die Anmeldung zum Weltnaturerbe gegeben. Schon die Einführung des Naturschutzpark Wattenmeer war ein sehr zäher Prozess. Für viele Küsten- und Inselbewohner waren die resultierenden Einschrä¤nkungen zu schwerwiegend. Auch ich konnte mich nicht gut damit abfinden, dass ich nun “mein” Watt nicht mehr betreten sollte. Zu stark waren die Erlebnisse und Eindrücke bei meinen vielen Wattläufen bis zum gewaltigen Priel zwischen Föhr und Sylt während meiner Kindheit gewesen. Auch wollte ich nicht recht einsehen, dass die wenigen Menschen in einem so großen Watt nennenswerten Schaden anrichten könnten. Gehört der Mensch nicht auch zur Natur? Wäre es nicht besser gewesen, wenn die eingesetzten Ziwis die Menschen angeleitet hätten, wie man sich in Watt angemessen verhält, statt sie vom Watt fern zu halten? Der Grand Canyon darf doch auch betreten werden…

Selbstverständlich habe ich damals die Einführung des Naturschutzpark Wattenmeer grundsätzlich begrüßt. Der notwendige Schutz des Wattenmeeres hatte dadurch einen zusätzlichen Schub erhalten und weitere Argumente für die Säuberung der einleitenden Gewässer geliefert. Die Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe würde eine noch größere Sicherheit zum Erhalt des einmaligen Öcosystems des Wattenmeeres bedeuten.

Beitrag von ujuergens | 22. September 2007

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